Der Buchstabe E umfasst einige der prägendsten Baumarten der mitteleuropäischen Wälder. Mit Eiche, Esche, Erle und Eibe finden sich hier zentrale Arten, die sowohl ökologisch als auch ökonomisch (Holznutzung) eine herausragende Rolle spielen.
Heimische Wald- und Nutzbäume
- Eiche (Quercus) Neben der Buche der wichtigste Laubbaum in Deutschland. Man unterscheidet vor allem die Stieleiche (Quercus robur) und die Traubeneiche (Quercus petraea).
- Merkmale: Markante, gebuchtete Blätter und Eicheln als Früchte. Das Holz ist hart, witterungsbeständig und enthält viele Gerbstoffe. Ein Baum kann mehrere hundert Jahre alt werden und bietet Lebensraum für hunderte Insektenarten.
- Esche / Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) Ein schnellwüchsiger Baum, der zu den sogenannten Edellaubhölzern zählt.
- Merkmale: Unpaarig gefiederte Blätter und schwarze Knospen im Winter. Das Holz ist sehr elastisch und zäh (ideal für Werkzeugstiele oder Sportgeräte). Die Bestände sind aktuell stark durch das „Eschentriebsterben“ (ein Pilz) bedroht.
- Erle / Schwarzerle (Alnus glutinosa) Der klassische Baum feuchter Standorte (Auwälder, Bachläufe).
- Merkmale: Verkehrt eiförmige Blätter (oben oft leicht eingekerbt). Die Erle lebt in Symbiose mit Bakterien an den Wurzeln, die Stickstoff binden. Ihr Holz färbt sich beim Anschnitt rot-orange und ist unter Wasser extrem haltbar (Venedig steht auf Erlenpfählen).
- Eibe (Taxus baccata) Die einzige heimische Nadelbaumart, die keine Zapfen, sondern rote Scheinbeeren (Arillus) bildet.
- Merkmale: Immergrün, sehr dunkelgrüne, weiche Nadeln, die nicht stechen. Wächst sehr langsam und ist extrem schattentolerant. Bis auf den roten Samenmantel sind alle Pflanzenteile (besonders Nadeln und Kerne) hochgiftig (Taxin).
- Eberesche / Vogelbeere (Sorbus aucuparia) Ein Pioniergehölz aus der Familie der Rosengewächse, oft auch in höheren Lagen zu finden.
- Merkmale: Gefiederte Blätter und leuchtend orangerote Beeren im Herbst, die eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel sind. Das Holz ist hart und fein.
Besondere Nutz- und Wildobstbäume
- Esskastanie / Edelkastanie (Castanea sativa) Botanisch nicht mit der Rosskastanie verwandt, sondern näher an der Eiche. Ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, aber in wärmeren Gebieten Deutschlands (z. B. Pfalz) längst heimisch.
- Merkmale: Längliche, gezähnte Blätter. Die Früchte (Maronen) sitzen in einer sehr stacheligen Fruchthülle. Das Holz ist sehr witterungsbeständig (ähnlich Eiche).
- Elsbeere (Sorbus torminalis) Ein seltener, wärmeliebender Baum, oft als „Königin der Edellaubhölzer“ bezeichnet.
- Merkmale: Ahornähnliche Blätter und kleine, bräunliche Früchte. Das Holz ist eines der teuersten in Europa und wird für exklusive Möbel oder Instrumente verwendet.
Zierbäume und Exoten
- Eisenholzbaum / Persischer Eisenholzbaum (Parrotia persica) Ein Ziergehölz aus dem vorderen Orient, das in Parks wegen seiner Robustheit und Farbenpracht gepflanzt wird.
- Merkmale: Das Holz ist extrem hart und sinkt im Wasser (daher der Name). Bekannt für eine spektakuläre Herbstfärbung, die von Gelb über Orange bis tief Violett reicht.
- Essigbaum (Rhus typhina) Eigentlich ein Großstrauch, der aber baumartig gezogen werden kann. Stammt aus Nordamerika.
- Merkmale: Auffällige, kolbenartige, rote Fruchtstände, die den Winter über am Baum bleiben. Die gefiederten Blätter färben sich im Herbst leuchtend rot. Bildet oft lästige Wurzelausläufer.
- Eukalyptus (Eucalyptus) Eine artenreiche Gattung aus Australien, in Europa vor allem im Mittelmeerraum verbreitet.
- Merkmale: Schnellwachsend, oft mit abblätternder Rinde und bläulich-silbrigem Laub. Die Blätter enthalten ätherische Öle. Einige Arten (z. B. Eucalyptus gunnii) sind bedingt winterhart.
- Ebenholzbaum (Diospyros ebenum) Ein tropischer Baum, bekannt für sein tiefschwarzes Kernholz.
- Merkmale: Liefert eines der härtesten und wertvollsten Hölzer der Welt (Ebenholz), das für Klaviertasten oder Schachfiguren genutzt wird. Verwandt mit der Kaki (Dattelpflaume).