Der Buchstabe L wird in der heimischen Baumkunde vor allem von der Linde dominiert, die wie kaum ein anderer Baum in der deutschen Kulturgeschichte und Sagenwelt verankert ist. Zudem findet sich mit der Lärche eine botanische Besonderheit unter den Nadelbäumen.
Heimische Wald- und Parkbäume
- Linde (Tilia) Ein klassischer Dorf- und Alleebaum. Man unterscheidet in Mitteleuropa hauptsächlich die Sommerlinde (Tilia platyphyllos) und die Winterlinde (Tilia cordata).
- Merkmale: Herzförmige Blätter mit gesägtem Rand. Charakteristisch ist das längliche, hellgrüne Hochblatt, das mit dem Blüten- bzw. Fruchtstand verwachsen ist und als Flugorgan dient. Lindenblüten verströmen einen intensiven, süßlichen Duft. Das Holz ist sehr weich und das bevorzugte Material für Schnitzer (z. B. für Heiligenfiguren).
- Lärche / Europäische Lärche (Larix decidua) Der einzige heimische Nadelbaum, der nicht immergrün ist. Er wirft im Winter seine Nadeln ab, um Frosttrocknis zu vermeiden.
- Merkmale: Die weichen, hellgrünen Nadeln stehen büschelweise an sogenannten Kurztrieben. Im Herbst färben sie sich spektakulär goldgelb, bevor sie abfallen. Das „Lärchengold“ ist ein landschaftsprägendes Element in den Alpen. Das Holz ist harzreich, schwer und extrem witterungsbeständig.
Nadelgehölze und Zierbäume
- Lebensbaum (Thuja) Ursprünglich aus Nordamerika und Asien stammend, in Deutschland oft als Hecke geschnitten, wächst er freistehend jedoch zu hohen, kegelförmigen Bäumen heran.
- Merkmale: Besitzt keine Nadeln, sondern flache, schuppenartige Blätter, die sich dachziegelartig überdecken. Zerreibt man die Zweige, duften sie aromatisch (je nach Art nach Apfel oder würzig). Achtung: Das Holz und die Zweige enthalten das Nervengift Thujon.
- Libanon-Zeder (Cedrus libani) Ein majestätischer Nadelbaum aus dem vorderen Orient, der bereits in der Antike für den Tempel- und Schiffbau begehrt war.
- Merkmale: Im Alter bildet sie eine charakteristische, plattgedrückte Schirmkrone mit waagerecht abstehenden Ästen („Etagenwuchs“). Die Nadeln sind dunkelgrün und stehen in Büscheln.
- Lawson-Scheinzypresse (Chamaecyparis lawsoniana) Oft mit der Thuja verwechselt, aber botanisch zu den Scheinzypressen gehörend.
- Merkmale: Die Spitzen der Zweige hängen meist leicht über (im Gegensatz zur straffen Thuja). Die Zapfen sind klein und kugelig. Es gibt zahlreiche Zuchtformen mit bläulichen oder gelben Nadeln.
Exoten und Laubgehölze
- Lorbeer / Echter Lorbeer (Laurus nobilis) Ein immergrüner Baum aus dem Mittelmeerraum. In Deutschland meist als Kübelpflanze, in milden Regionen (Weinbauklima) zunehmend ausgepflanzt.
- Merkmale: Dunkelgrüne, ledrige Blätter mit gewelltem Rand, die als Gewürz verwendet werden. Bildet kleine, schwarze Beeren.
- Lorbeerkirsche (Prunus laurocerasus) Umgangssprachlich fälschlicherweise oft „Kirschlorbeer“ genannt. Botanisch eine Kirsche, deren Blätter denen des Lorbeers ähneln.
- Merkmale: Immergrün, wächst meist strauchig, kann aber als Baum erzogen werden. Die Blätter sind glänzend und fleischig. Die Pflanze enthält Blausäureglycoside und gilt in Wäldern mittlerweile als invasive Art, da sie heimische Gehölze verdrängt.
- Lederhülsenbaum (Gleditsia triacanthos) Siehe unter G (Gleditschie). Wird aufgrund der markanten Früchte oft unter L geführt.
- Merkmale: Lange, rotbraune, lederartige Fruchthülsen, die im Winter am Baum klappern.
- Liquidambar / Amberbaum (Liquidambar styraciflua) Oft unter A (Amberbaum) gelistet, ist Liquidambar der botanische Gattungsname.
- Merkmale: Ahornähnliches Laub mit spektakulärer Herbstfärbung und korkleistenbesetzten Ästen.
- Liriodendron / Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera) Ein Magnoliengewächs aus Nordamerika, das oft unter seinem botanischen Namen gehandelt wird.
- Merkmale: Einzigartige Blattform, die aussieht, als wäre die Spitze abgeschnitten („Katzenkopf-Form“). Die Blüten erinnern an gelb-grüne Tulpen mit orangefarbener Basis.