Der Buchstabe R beinhaltet einige der prominentesten Baumgestalten Mitteleuropas. Mit der Rotbuche steht hier der häufigste heimische Laubbaum an erster Stelle. Ebenso kulturell bedeutsam ist die Rosskastanie als klassischer Schattenspender. Zudem finden sich unter R wichtige nordamerikanische Importe, die die Forstwirtschaft und Parkgestaltung prägen.
Heimische und verbreitete Laubbäume
- Rotbuche (Fagus sylvatica) Wenn man in Deutschland von „Buche“ spricht, ist fast immer die Rotbuche gemeint. Sie ist der wichtigste Laubbaum der heimischen Wälder.
- Merkmale: Glatte, silbergraue Rinde (auch im Alter). Die Blätter sind eiförmig, leicht gewellt und haben einen glatten Rand (im Gegensatz zur gesägten Hainbuche). Im Herbst färbt sich das Laub orangerot und bleibt oft lange an den Zweigen haften.
- Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) Der klassische Biergartenbaum, ursprünglich aus dem Balkan, aber seit Jahrhunderten in Mitteleuropa kultiviert.
- Merkmale: Große, handförmig gefingerte Blätter (5–7 Teilblätter). Auffällige weiße (oder bei der Fleischroten Rosskastanie rote) Blütenkerzen im Mai. Die braunen, glänzenden Früchte stecken in einer stacheligen Hülle. Leider leiden fast alle Bestände unter der Rosskastanien-Miniermotte, die das Laub schon im Sommer braun werden lässt.
- Robinie / Scheinakazie (Robinia pseudoacacia) Ein aus Nordamerika stammender Baum, der als Neophyt in Europa weit verbreitet ist.
- Merkmale: Unpaarig gefiederte Blätter und dornige Zweige. Die weißen Schmetterlingsblüten hängen in Trauben herab und duften intensiv (wichtige Bienenweide: Akazienhonig). Das Holz ist extrem hart, witterungsbeständig und dauerhafter als Eiche, weshalb es oft für Spielplätze oder Gartenmöbel genutzt wird.
Zier- und Forstgehölze
- Roteiche (Quercus rubra) Eine Eichenart aus dem östlichen Nordamerika, die als Parkbaum und forstliche Alternative zur heimischen Eiche gepflanzt wird.
- Merkmale: Die Blätter sind größer als bei heimischen Eichen und haben spitz zulaufende Lappen (nicht rundgebuchtet). Namensgebend ist die leuchtend rote bis braunrote Herbstfärbung. Sie wächst schneller als die Stieleiche.
- Rotdorn (Crataegus laevigata ‚Paul’s Scarlet‘) Eine gefüllt blühende Zuchtsorte des heimischen Weißdorns, oft als kleiner Straßenbaum oder Solitär im Garten gepflanzt.
- Merkmale: Kleine, dunkelgrüne, gelappte Blätter. Im Mai ist die Krone über und über mit leuchtend kaminroten, gefüllten Blüten bedeckt. Bildet kaum Früchte.
- Riesentanne / Küstentanne (Abies grandis) Ein schnellwachsender Nadelbaum aus Nordamerika.
- Merkmale: Nadeln stehen streng gescheitelt (flach) am Zweig und duften beim Zerreiben nach Orangen. Kann enorme Wuchshöhen erreichen (in Europa bis 60 m).
Botanische Besonderheiten und Exoten
- Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum) Der massereichste Baum der Erde, beheimatet in der Sierra Nevada (Kalifornien), aber auch in vielen europäischen Parks als imposanter Solitär zu finden.
- Merkmale: Kegelförmiger Wuchs, rötliche, weiche, extrem dicke Rinde (feuerresistent) und kleine, schuppenartige Nadeln.
- Regenbaum (Albizia saman) Ein tropischer Baum aus der Familie der Mimosengewächse (in Europa nicht winterhart).
- Merkmale: Riesige, schirmförmige Krone. Er klappt bei Regen oder Nacht die Fiederblätter zusammen, sodass der Regen durch die Krone auf den Boden fallen kann (daher der Name).
- Rhodedendron-Baum Während Rhododendren bei uns meist Sträucher sind, gibt es Arten (z. B. Rhododendron arboreum im Himalaya), die echte Bäume von bis zu 20 Metern Höhe bilden.
Begriffsklärung
- Rüster Dies ist kein eigener Baumname, sondern die handwerkliche Bezeichnung für das Holz der Ulme. Ein Tischler verarbeitet „Rüster“, während der Förster eine „Ulme“ pflanzt.