Der Buchstabe S deckt ein breites Spektrum ab: Von der mächtigen Stieleiche, dem Inbegriff des deutschen Waldes, über schnellwachsende Weidengewächse bis hin zu seltenen Wildobstbäumen wie dem Speierling. Auch wichtige Nadelhölzer und robuste Stadtbäume fallen in diese Kategorie.
Heimische Wald- und Laubbäume
- Stieleiche (Quercus robur) Neben der Traubeneiche die verbreitetste Eichenart in Mitteleuropa und ein Symbol für Beständigkeit.
- Merkmale: Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zur Traubeneiche: Die Eicheln sitzen an langen Stielen, während die Blätter nur sehr kurze Stiele haben („Der German geht zu Fuß und führt die Frucht am Stiel“). Sie bildet eine unregelmäßige, knorrige Krone und liefert wertvolles, hartes Holz.
- Spitzahorn (Acer platanoides) Ein häufiger Wald- und Stadtbaum, der früher blüht als andere Ahorne.
- Merkmale: Die Blätter haben sehr spitz zulaufende Lappen (daher der Name). Im Herbst färben sie sich leuchtend gelb bis orange. Die gelbgrünen Blütendolden erscheinen bereits im April vor dem Laubaustrieb und sind eine wichtige frühe Bienenweide.
- Silberweide (Salix alba) Ein charakteristischer Baum der Auenlandschaften und Uferzonen, der Staunässe und Überschwemmungen toleriert.
- Merkmale: Die Blätter sind schmal, lanzettlich und auf der Unterseite dicht silbrig behaart, wodurch der ganze Baum im Wind silbergrau schimmert. Das Holz ist sehr weich und leicht.
- Salweide (Salix caprea) Oft strauchig, aber auch als kleiner Baum wachsend. Ökologisch eine der wichtigsten Pflanzen im Frühjahr.
- Merkmale: Bekannt für die „Palmkätzchen“ (die weichen, silbrigen Blütenstände), die die erste Nahrung für Bienen nach dem Winter bieten. Die Blätter sind breit-eiförmig und runzelig.
- Speierling (Sorbus domestica) Ein sehr seltener Wildobstbaum, der mit der Eberesche verwandt ist. Er wurde zum „Baum des Jahres 1993“ gekürt.
- Merkmale: Gefiederte Blätter und eine raue, birnbaumähnliche Rinde. Die Früchte sehen aus wie kleine Birnen oder Äpfel, sind sehr gerbstoffhaltig und werden traditionell dem Apfelwein zugesetzt, um ihn haltbarer und klüger zu machen.
- Stechpalme (Ilex aquifolium) Das einzige immergrüne Laubgehölz (neben Efeu), das in deutschen Wäldern heimisch ist.
- Merkmale: Dunkelgrüne, glänzende Blätter mit stacheligem Rand (Fraßschutz). Weibliche Pflanzen tragen im Winter leuchtend rote Steinfrüchte.
Nadelgehölze
- Schwarzkiefer (Pinus nigra) Ein sehr robuster Nadelbaum, ursprünglich aus Südeuropa/Österreich, der Trockenheit und Hitze extrem gut verträgt.
- Merkmale: Die Nadeln sind deutlich länger und steifer als bei der Waldkiefer und dunkelgrün. Die Rinde ist tief gefurcht und dunkelgrau bis schwarz (daher der Name).
- Sitka-Fichte (Picea sitchensis) Eine Fichtenart von der amerikanischen Westküste, die in Europa forstlich angebaut wird (besonders in küstennahen, feuchten Lagen).
- Merkmale: Die Nadeln sind sehr spitz und stechend (Spitzname: „Stech-Fichte“), auf der Unterseite bläulich-weiß. Wächst extrem schnell und liefert leichtes, festes Holz.
- Sumpfzypresse (Taxodium distichum) Ein sommergrüner Nadelbaum aus den Sumpfgebieten der USA (Florida, Mississippi), der in europäischen Parks an Gewässerrändern gepflanzt wird.
- Merkmale: Wirft im Herbst die Nadeln (samt Kurztrieben) ab, nachdem sie sich rostrot verfärbt haben. Einzigartig sind die „Atemknie“ (Pneumatophore) , die als holzige Höcker aus dem Boden rund um den Stamm wachsen, um die Wurzeln im Wasser mit Sauerstoff zu versorgen.
- Scheinzypresse (Chamaecyparis) Beliebtes Garten- und Heckengehölz, das freistehend baumartig wächst.
- Merkmale: Schuppenförmige Nadeln und überhängende Triebspitzen (im Gegensatz zur straffen Thuja).
Zier- und Obstbäume
- Silberlinde (Tilia tomentosa) Ein Baum aus Südosteuropa, der aufgrund seiner Hitzeresistenz oft in Städten als Ersatz für heimische Linden gepflanzt wird.
- Merkmale: Die Blätter sind auf der Unterseite weiß-filzig behaart. Dies reflektiert das Sonnenlicht und schützt den Baum vor Austrocknung.
- Schnurbaum (Styphnolobium japonicum) Siehe auch unter J (Japanischer Schnurbaum). Ein wichtiger Klimabaum für heiße Sommer.
- Merkmale: Späte Blüte im Hochsommer, gefiederte Blätter und schnurartig eingeschnürte Fruchthülsen.
- Sauerkirsche (Prunus cerasus) Im Gegensatz zur Süßkirsche wächst sie oft kleiner und strauchartiger, es gibt aber baumförmige Züchtungen (z. B. Schattenmorelle auf Stamm).
- Merkmale: Die Blätter sind glänzend, aber etwas kleiner und fester als bei der Süßkirsche. Die Früchte enthalten mehr Fruchtsäure.
- Süßkirsche / Vogelkirsche (Prunus avium) Die Kulturform der wilden Vogelkirsche.
- Merkmale: Kann zu mächtigen Bäumen heranwachsen. Typisch ist die quergestreifte, glänzende Ringelborke.
- Steineiche (Quercus ilex) Charakterbaum des Mittelmeerraums („Macchia“).
- Merkmale: Immergrüne, ledrige Blätter, die denen der Stechpalme ähneln (glatt oder gezähnt). Bildet kleine Eicheln. In Deutschland nur in sehr milden Weinbaulagen winterhart.