Der Buchstabe V wird in der heimischen Baumkunde fast ausschließlich von zusammengesetzten Namen dominiert. Besonders die Vorsilbe „Vogel-“ spielt eine große Rolle, da diese Bäume traditionell eine wichtige Nahrungsquelle für die Vogelwelt darstellen. Daneben finden sich unter V interessante Nadelgehölze für Gärten und Parks.
Heimische Wald- und Nutzbäume
- Vogelbeere / Eberesche (Sorbus aucuparia) Ein weit verbreiteter, robuster Pionierbaum, der oft als erstes Gehölz auf Brachflächen wächst. Er ist ökologisch enorm wertvoll.
- Merkmale: Gefiederte Blätter, die sich im Herbst leuchtend gelb bis rot färben. Charakteristisch sind die knallroten Beerenrispen im Spätsommer. Entgegen dem Volksglauben sind die Früchte nicht hochgiftig, sondern roh nur ungenießbar (bitter, magenreizend). Gekocht (als Marmelade) sind sie essbar und reich an Vitamin C.
- Vogelkirsche (Prunus avium) Die wilde Urform unserer Süßkirschen. In der Forstwirtschaft wird sie nicht wegen der kleinen Früchte, sondern wegen ihres wertvollen Holzes geschätzt.
- Merkmale: Im Frühjahr ist der ganze Baum in weiße Blütenwolken gehüllt. Ein sicheres Erkennungszeichen ist die Rinde: Sie ist glänzend rotbraun und löst sich in waagerechten Streifen ab („Ringelborke“). Das Holz ist rötlich-warm und sehr begehrt für den Innenausbau.
Nadelgehölze
- Veitchs Tanne (Abies veitchii) Eine Tannenart aus Japan, die aufgrund ihres schmalen Wuchses und der attraktiven Nadeln gerne in europäischen Gärten gepflanzt wird.
- Merkmale: Die Nadeln sind auf der Oberseite dunkelgrün und glänzend, auf der Unterseite jedoch fast kreideweiß, was den Baum im Wind silbrig wirken lässt. Die Zapfen sind vor der Reife auffällig dunkelviolett gefärbt.
- Virginischer Wacholder (Juniperus virginiana) Ein Nadelbaum aus Nordamerika, der oft auch als „Bleistiftzeder“ bezeichnet wird (obwohl er botanisch keine Zeder ist).
- Merkmale: Das rötliche Kernholz ist extrem weich, schnitzbar und duftet aromatisch. Es war lange Zeit das Hauptholz für die Herstellung von Bleistifthüllen. Die Nadeln sind meist schuppenförmig, bei jungen Bäumen auch nadelartig spitz.
Zierbäume und Sträucher
- Viburnum / Schneeball (Viburnum) Meist als Sträucher bekannt, wachsen einige Arten (wie der Wollige Schneeball, Viburnum lantana) auch zu kleinen, mehrstämmigen Bäumen heran.
- Merkmale: Bekannt für die ballförmigen oder schirmartigen weißen Blütenstände. Einige Arten (wie der Runzelblättrige Schneeball) sind immergrün und haben lange, runzelige Blätter.
- Vierflügelbaum / Schneeglöckchenbaum (Halesia carolina) Ein selteneres Ziergehölz aus Nordamerika.
- Merkmale: Er bildet im Frühling unzählige weiße, glockenförmige Blüten, die wie Schneeglöckchen an den Zweigen hängen. Der Name „Vierflügelbaum“ leitet sich von den Früchten ab, die vier markante Längsflügel besitzen.
Exoten
- Vanilleapfel (Annona reticulata) Ein tropischer Obstbaum („Ochsenherz“), verwandt mit der Cherimoya.
- Merkmale: Bildet herzförmige, braun-rötliche Früchte mit einem cremigen, süßen Fruchtfleisch. In Europa nicht winterhart.