Der Buchstabe B hält einige der wichtigsten Pflanzen für den ökologischen Garten und die nachhaltige Küche bereit. Von unverzichtbaren Dünger-Lieferanten für die Permakultur bis hin zu klassischen Würzpflanzen, die Insekten magisch anziehen, ist dieses Spektrum besonders vielfältig.
Brennnessel (Urtica dioica)
In einem konventionellen Ziergarten wird sie oft als lästiges Unkraut bekämpft, doch in der Nachhaltigkeitsszene ist die Große Brennnessel ein Superstar. Sie ist ökologisch unverzichtbar: Sie dient als wichtigste Futterpflanze für die Raupen vieler Schmetterlingsarten, darunter das Tagpfauenauge, der Kleine Fuchs und der Admiral. Ohne Brennnesseln gibt es diese Falter kaum. Zudem ist sie für den Biogärtner der günstigste Düngerersatz. Eine angesetzte Brennnesseljauche ist reich an Stickstoff und stärkt Starkzehrer wie Tomaten oder Kürbisse. Kulinarisch sind die jungen Blätter ein regionales Superfood, reich an Eisen und Vitamin C, das wie Spinat zubereitet werden kann.
Borretsch (Borago officinalis)
Auch als „Gurkenkraut“ bekannt, ist der Borretsch mit seinen haarigen Blättern und den leuchtend blauen Blüten eine Zierde für jeden Gemüsegarten. Er sät sich gerne selbst aus und ist pflegeleicht. Für Bienen und Hummeln ist er eine der wertvollsten Pflanzen überhaupt, da seine Blüten Zucker in einer extrem hohen Konzentration produzieren und den Nektar sehr schnell nachfüllen. Die blauen Blüten sind essbar und machen sich als Dekoration in Salaten oder eingefroren in Eiswürfeln hervorragend.
Beinwell (Symphytum officinale)
Der Echte Beinwell ist eine feste Größe in der Permakultur. Mit seinen tiefen Pfahlwurzeln holt er Nährstoffe (besonders Kalium) aus tiefen Erdschichten nach oben. Seine großen Blätter eignen sich hervorragend zum Mulchen von Beeten oder zur Herstellung einer kaliumreichen Jauche – der perfekte Dünger für Kartoffeln und Tomaten. Der Name („Gebeine wellen“ = zusammenwachsen) deutet auf seine alte Heilwirkung bei Knochenbrüchen und Prellungen hin. Die glockenförmigen Blüten werden besonders gerne von Hummeln angeflogen.
Bärlauch (Allium ursinum)
Der „Wilde Knoblauch“ ist der erste Frühlingsbote im Kräuterjahr. Er wächst bevorzugt an schattigen Plätzen unter Laubbäumen – ein Standort, an dem sonst wenig gedeiht. Im Sinne der Nachhaltigkeit ist beim Wildsammeln im Wald Vorsicht geboten: Es gilt die „Handstraußregel“ (nur so viel, wie in eine Hand passt) und man muss ihn sicher von den giftigen Maiglöckchen und der Herbstzeitlose unterscheiden können. Wer auf Nummer sicher gehen will, siedelt Bärlauch im eigenen Schattengarten an. Er verbreitet sich über Zwiebeln und Samen teppichartig.
Basilikum (Ocimum basilicum)
Während das klassische Genoveser Basilikum aus dem Supermarkt oft empfindlich ist, gibt es robustere Sorten für den nachhaltigen Garten. Besonders das mehrjährige (aber nicht winterharte) Afrikanische Strauchbasilikum („African Blue“) ist ein Insektenmagnet. Lässt man Basilikum blühen – was viele Köche vermeiden, um das Aroma der Blätter zu schonen – entstehen weiße bis violette Blütenrispen, die bis in den Herbst hinein Bienen und Hummeln anziehen. Im Naturgarten darf das Kraut also ruhig „schießen“.
Beifuß (Artemisia vulgaris)
Der Beifuß gilt als die „Mutter aller Kräuter“ und ist eines der ältesten Gewürze der Menschheit, klassisch verwendet zu fetten Speisen wie dem Gänsebraten, um deren Verdauung zu erleichtern. Im Garten wird er oft übersehen oder entfernt, dabei ist er eine wichtige Wirtspflanze für diverse Kleinschmetterlinge und Mottenarten, die wiederum Nahrung für Vögel und Fledermäuse sind. Er ist extrem robust, trockenheitsverträglich und wächst auch auf kargen Böden.
Bohnenkraut (Satureja)
Man unterscheidet zwischen dem einjährigen Sommerbohnenkraut und dem mehrjährigen Bergbohnenkraut (Winterbohnenkraut). Beide sind ideale Partner in der Mischkultur. Pflanzt man Bohnenkraut neben Bohnen, vertreibt der intensive Duft die Schwarze Bohnenlaus. Dies ist ein klassisches Beispiel für biologischen Pflanzenschutz durch Nachbarschaft. Das ausdauernde Bergbohnenkraut blüht zudem spät im Jahr und bietet Insekten Nahrung, wenn viele andere Kräuter bereits verblüht sind.
Baldrian (Valeriana officinalis)
Bekannt ist der Baldrian vor allem für die beruhigende Wirkung seiner Wurzeln. Im Garten ist er jedoch wegen seiner oberirdischen Teile wertvoll. Die Pflanze kann bis zu 1,50 Meter hoch werden und bildet hübsche, weiße bis rosafarbene Doldenblüten. Diese verströmen einen süßlichen Duft, der zahlreiche Insekten, Schmetterlinge und Schwebfliegen anlockt. Katzen werden hingegen vom Geruch der getrockneten Wurzel magisch angezogen. Er liebt feuchte Standorte, etwa am Teichrand.