Die Kräuter mit dem Anfangsbuchstaben D sind oft wahre Überlebenskünstler. Viele von ihnen zeichnen sich durch eine hohe Trockenheitsverträglichkeit aus und sind damit perfekt für den klimafreundlichen Garten der Zukunft geeignet. Zudem finden sich hier einige der wichtigsten Futterpflanzen für spezialisierte Schmetterlingsraupen.
Dill (Anethum graveolens)
In der Küche ist das „Gurkenkraut“ ein Klassiker, doch im Naturgarten übernimmt der Dill eine noch wichtigere Rolle: Er ist die bevorzugte Futterpflanze für die Raupen des wunderschönen Schwalbenschwanz-Schmetterlings. Wer im Sommer auffällige, grün-schwarz-orange gemusterte Raupen am Dill findet, sollte diese unbedingt fressen lassen – der Lohn ist einer der prächtigsten Falter Europas. Dill ist zudem ein perfekter Partner in der Mischkultur. Er fördert die Keimfähigkeit von Karotten und hält durch seinen Geruch Schädlinge wie den Kohlweißling von Kohlpflanzen fern. Als einjährige Pflanze sät er sich gerne selbst aus, was den Gärtnern Arbeit und Saatgutkosten spart.
Dost / Wilder Majoran (Origanum vulgare)
Der Echte Dost ist die wilde, heimische Urform des Oregano. Anders als seine gezüchteten Verwandten aus dem Mittelmeerraum ist der Dost absolut winterhart und kommt mit mageren, trockenen Böden bestens zurecht. Für die Artenvielfalt ist er unverzichtbar: Der Dost gilt als einer der besten Schmetterlingsmagneten überhaupt. Wenn er von Juli bis September blüht, wimmelt es auf ihm von Faltern, Bienen und Schwebfliegen. Sein Nektar hat einen sehr hohen Zuckergehalt (bis zu 76 %), was ihn zur „High-Energy-Nahrung“ für Insekten macht.
Duftnessel (Agastache)
Die Duftnessel ist ein Gewinner des Klimawandels. Ursprünglich in den Prärien Nordamerikas und Asiens beheimatet, liebt sie heiße, sonnige Sommer und kommt mit Trockenperioden exzellent zurecht, ohne gewässert werden zu müssen. Aus Sicht der Nachhaltigkeit ist ihre lange Blütezeit (oft von Juli bis zum ersten Frost) entscheidend. Sie bietet Nahrung, wenn viele heimische Stauden bereits verblüht sind. Die Blätter duften je nach Sorte nach Anis, Minze oder Zitrone und ergeben einen hervorragenden Tee, der importierte Teebeutel überflüssig macht.
Drachenkopf (Dracocephalum moldavica)
Der Türkische Drachenkopf ist eine oft unterschätzte einjährige Pflanze, die sich hervorragend eignet, um Lücken im Beet schnell zu schließen. Er blüht leuchtend blau-violett und zieht Bienen und Hummeln magisch an („Bienenweide“). Sein intensives Zitronenaroma macht ihn zu einer tollen Alternative zur Zitronenmelisse. Da er reichlich Nektar produziert, wird er in der ökologischen Landwirtschaft oft gezielt als Trachtpflanze für Honigbienen angebaut. Er versamt sich selbst, bleibt dabei aber standorttreu und wuchert nicht.
Diptam (Dictamnus albus)
Der Diptam, auch „Brennender Busch“ genannt, ist eine absolute Rarität und steht in Deutschland unter strengem Naturschutz. Er darf in der freien Natur keinesfalls gepflückt oder ausgegraben werden. Wer ihn im Garten ansiedeln möchte, muss auf zertifizierte Gärtnerei-Ware zurückgreifen. Die Pflanze ist berühmt für ihre ätherischen Öle, die an heißen Tagen verdunsten und theoretisch entzündlich sind. Vorsicht ist bei der Berührung geboten: In Verbindung mit Sonnenlicht kann der Pflanzensaft Hautreizungen verursachen (Phototoxizität). Ökologisch ist er wertvoll, da er sehr langlebig ist und Jahrzehnte am selben Standort verbleiben kann, ohne Pflege zu benötigen.