Der Buchstabe P steht für absolute Klassiker der Küche, aber auch für unterschätzte Wildkräuter, die wahre Nährstoffbomben sind. Hier finden sich Pflanzen, die den Boden verbessern (Gründüngung), Bienen retten oder als regionales Superfood Importware überflüssig machen.
Petersilie (Petroselinum crispum)
Sie ist das beliebteste Küchenkraut der Deutschen, wird im Naturgarten aber oft falsch behandelt. Petersilie ist zweijährig. Im zweiten Jahr bildet sie Doldenblüten aus. Wichtig für die Nachhaltigkeit: Sobald die Petersilie blüht, lagert sie das giftige Apiol in Blätter und Samen ein – sie ist dann für den Menschen nicht mehr genießbar (Vorsicht bei Schwangeren!). Doch statt sie auszureißen, sollte man sie stehen lassen! Die Blüten sind eine wichtige Nahrungsquelle für Schwebfliegen und Bienen. Zudem ist die Petersilie eine Futterpflanze für die Raupen des Schwalbenschwanz-Schmetterlings. Wer teilt, fördert die Artenvielfalt.
Pfefferminze (Mentha × piperita)
Die „echte“ Pfefferminze ist eine Kreuzung (Hybride) aus Bachminze und Grüner Minze. Sie zeichnet sich durch ihren hohen Mentholgehalt aus, der kühlend und schmerzlindernd wirkt (z.B. bei Spannungskopfschmerz). Im Garten ist sie anspruchsloser als viele exotische Teekräuter, liebt es aber etwas feuchter. Anders als viele Zuchtminzen bildet die echte Pfefferminze keine keimfähigen Samen, sondern vermehrt sich nur über Wurzelausläufer. Im nachhaltigen Garten ersetzt ein Beet Pfefferminze den Kauf von dutzenden Packungen Teebeutel und Plastikverpackungen.
Pimpinelle / Kleiner Wiesenknopf (Sanguisorba minor)
Ein oft vergessenes Wildkraut, das früher in keinem Bauerngarten fehlte und Teil der berühmten „Frankfurter Grünen Soße“ ist. Der Geschmack ist erstaunlich: Die Blätter schmecken frisch und nussig nach Gurke. Für den Klimawandel-Garten ist die Pimpinelle ein Gewinner: Sie ist extrem winterhart, immergrün (kann oft auch unter Schnee geerntet werden) und verträgt Trockenheit sehr gut. Ihre kugeligen, rötlichen Blütenköpfe schweben auf langen Stängeln im Wind und geben dem Beet eine wilde, natürliche Struktur.
Portulak (Portulaca oleracea)
Lange Zeit wurde der Sommer-Portulak als lästiges „Ackerunkraut“ bekämpft. Heute feiert er als Superfood sein Comeback. Er ist eine der wenigen Pflanzen überhaupt, die nennenswerte Mengen an Omega-3-Fettsäuren enthalten – Stoffe, die wir sonst meist über Fisch aufnehmen. Er wächst in Pflasterritzen und auf trockenen Beeten. Seine fleischigen Blätter schmecken leicht säuerlich und salzig. Wer ihn im Garten hat, besitzt eine kostenlose, pflegeleichte Quelle für gesunde Fette, die man einfach im Salat oder Quark nutzen kann. Nicht verwechseln mit dem Winter-Portulak (Postelein), der in der kalten Jahreszeit wächst.
Phacelia (Phacelia tanacetifolia)
Auch „Bienenfreund“ oder „Büschelschön“ genannt. Phacelia ist kein klassisches Würzkraut für die Küche, aber eine der wichtigsten Pflanzen für den nachhaltigen Bodenaufbau (Permakultur). Sie wird oft als Gründüngung eingesät. Ihre Wurzeln lockern den Boden tiefgründig auf, und die lila Blüten produzieren massenhaft Nektar und Pollen für Bienen und Hummeln. Da sie nicht mit unseren klassischen Gemüsesorten (wie Kohl oder Bohnen) verwandt ist, unterbricht sie Fruchtfolgekrankheiten. Im Herbst friert sie ab und bildet eine perfekte Mulchschicht für den Winter.
Pestwurz (Petasites hybridus)
Die Gewöhnliche Pestwurz ist eine imposante Erscheinung für feuchte Standorte, etwa am Bachlauf oder Teichrand. Ihre Blätter werden riesig (daher der alte Name „Hutpflanze“ bei Regen). Ökologisch ist sie extrem wertvoll, weil ihre ungewöhnlichen, rosafarbenen Blütenstände sehr früh im Jahr (März/April) direkt aus der Erde schießen, noch bevor die Blätter da sind. Sie dienen früh fliegenden Insekten als erste Tankstelle. Hinweis: Medizinisch wurde sie früher gegen Pest und Krämpfe eingesetzt, wegen leberschädigender Inhaltsstoffe in der Wildform sollte man heute aber nur auf standardisierte Extrakte aus der Apotheke zurückgreifen.
Pilzkraut (Rungia klossii)
Ein spannender Exot für den experimentierfreudigen Naschgarten. Dieses Kraut stammt aus Papua-Neuguinea, lässt sich aber im Sommer gut im Topf oder Beet halten (nicht winterhart, muss drinnen überwintern). Das Besondere: Die dicken, dunkelgrünen Blätter schmecken intensiv nach frischen Champignons. Es ist eine tolle Bereicherung für die vegetarische und vegane Küche, um Pilzaroma in Gerichte zu bringen, ohne Pilze zu züchten. Es enthält viel Eisen, Vitamin C und Beta-Carotin.