Die Auswahl an Kräutern mit dem Anfangsbuchstaben Q ist klein, umfasst aber Pflanzen mit sehr spezifischen Charakteristika. Die wichtigsten Vertreter sind der Quendel als klassisches Würzkraut, die Quecke als traditionelle Heilpflanze und der Queller als kulinarische Spezialität der Küstenregionen.
Quendel (Wilder Thymian)
Der Quendel (Thymus serpyllum) ist der wilde Verwandte des Echten Thymians und gehört zur Familie der Lippenblütler. Er wächst bevorzugt an sonnigen, trockenen Standorten und bildet dort dichte, duftende Teppiche.
- Geschmack: Er ähnelt dem Gartenthymian, ist jedoch oft etwas milder, aber gleichzeitig „wilder“ und würziger im Aroma.
- Verwendung in der Küche: Quendel passt hervorragend zu deftigen Gerichten wie Lamm, Wild, Bratkartoffeln oder Pilzpfannen. Er wird oft in Kräutermischungen wie „Kräuter der Provence“ verwendet, wenn wilder Thymian beigemischt wird.
- Heilwirkung: In der Naturheilkunde ist Quendeltee ein bewährtes Mittel bei Husten und Atemwegserkrankungen, da er schleimlösend und krampflösend wirkt.
Quecke (Gemeine Quecke)
Die Gemeine Quecke (Elymus repens) ist im Gartenbau oft als hartnäckiges Unkraut gefürchtet, in der Pflanzenheilkunde jedoch für ihre Wurzelstöcke geschätzt.
- Geschmack: Der Wurzelstock schmeckt süßlich und leicht schleimig, ähnlich wie Süßholz, aber weniger intensiv.
- Verwendung: Kulinarisch spielt die Quecke heute kaum eine Rolle, wurde früher aber in Notzeiten zum Strecken von Mehl oder als Kaffeeersatz geröstet.
- Heilwirkung: Der Queckenwurzelstock (Rhizoma Graminis) wird medizinisch genutzt. Als Teeaufguss wirkt er stark harntreibend und wird zur Durchspülung bei entzündlichen Erkrankungen der Ableitenden Harnwege (z. B. Blasenentzündung) eingesetzt.
Queller (Salicornia / Meerspargel)
Der Europäische Queller ist streng genommen ein Gänsefußgewächs, wird aber kulinarisch oft wie ein Kraut oder Wildgemüse behandelt. Er ist eine der wenigen Pflanzen, die auf salzhaltigen Böden (Salzwiesen an der Küste) gedeihen können.
- Geschmack: Die fleischigen Stängel sind sehr knackig und schmecken von Natur aus intensiv salzig, leicht pfeffrig und jodhaltig.
- Verwendung in der Küche: Queller wird meist roh als salzige Komponente im Salat oder nur sehr kurz blanchiert als Beilage zu Fisch und Meeresfrüchten serviert. Wichtig: Beim Kochen mit Queller sollte auf zusätzliches Salz im Gericht verzichtet werden.
Quassia (Bitterholz)
Quassia (Quassia amara) ist ein tropischer Baum, dessen Holz („Bitterholz“) gelegentlich in der Kräuterkunde erwähnt wird, auch wenn es kein heimisches Kraut ist.
- Geschmack: Extrem bitter. Es gilt als eines der bittersten Hölzer überhaupt.
- Verwendung: In der Lebensmittelindustrie wird das Aroma für Bittergetränke (Magenbitter, Liköre) genutzt. Medizinisch dient es als verdauungsförderndes Mittel (Amarum), um den Appetit anzuregen und die Gallenproduktion zu stimulieren.