Die Gruppe der Kräuter mit R umfasst einige der beliebtesten Küchenklassiker überhaupt sowie traditionelle Heilpflanzen, die besonders für ihre Wirkung auf die Haut bekannt sind. Vom mediterranen Dauerbrenner bis zum scharfen Salatwürzkraut ist alles vertreten.
Rosmarin
Der Rosmarin (Rosmarinus officinalis) ist der Inbegriff der mediterranen Küche. Der immergrüne Halbstrauch mit seinen charakteristischen nadelartigen Blättern stammt aus dem Mittelmeerraum und liebt sonnige, trockene Standorte.
- Geschmack: Sehr intensiv, harzig und leicht bitter, mit einer Note von Kampfer und Eukalyptus.
- Verwendung in der Küche: Rosmarin ist eines der wenigen Kräuter, das auch starke Hitze verträgt. Er ist ideal für Bratkartoffeln, Lamm, Wild, Grillmarinaden und Focaccia. Sparsam dosieren, da er sehr dominant ist.
- Heilwirkung: Er wirkt stark kreislaufanregend und durchblutungsfördernd (z. B. als Rosmarinbad bei niedrigem Blutdruck) sowie verdauungsfördernd.
Rucola (Rauke)
Unter dem Namen Rucola werden meist zwei verschiedene Pflanzen gehandelt: die Garten-Senfrauke (milder) und die Wilde Rauke (intensiver). Früher in Deutschland als „Unkraut“ fast vergessen, ist sie heute aus der modernen Küche nicht mehr wegzudenken.
- Geschmack: Nussig, pfeffrig und scharf. Der Geschmack stammt von den enthaltenen Senfölen.
- Verwendung in der Küche: Meist roh als Salatgrundlage, auf Pizza (nach dem Backen), in Pesto oder kleingeschnitten in Pasta-Saucen.
- Inhaltsstoffe: Sehr reich an Vitamin C und Senfölglykosiden, die antibakteriell wirken können.
Ringelblume (Calendula)
Die Ringelblume (Calendula officinalis) ist primär als Heilpflanze bekannt, doch ihre leuchtend orangefarbenen Blüten sind auch essbar. Sie ist ein klassisches Bauerngarten-Gewächs.
- Geschmack: Die Blütenblätter schmecken leicht würzig bis pikant, aber nicht sehr intensiv.
- Verwendung: Kulinarisch werden die Blütenblätter oft als „falscher Safran“ zum Färben von Reis, Butter oder Suppen verwendet oder als essbare Dekoration über Salate gestreut.
- Heilwirkung: Calendula ist eine der wichtigsten Wundheilpflanzen. Salben aus den Blüten wirken entzündungshemmend und fördern die Heilung bei schlecht schließenden Wunden, Verbrennungen und Ekzemen.
Ruprechtskraut (Stinkender Storchenschnabel)
Das Ruprechtskraut (Geranium robertianum) ist eine wild wachsende Geranienart, die man oft an schattigen Mauern oder im Unterholz findet. Wegen seines strengen Geruchs beim Zerreiben wird es auch „Stinkender Robert“ genannt.
- Geschmack: Sehr bitter und adstringierend (zusammenziehend).
- Verwendung: In der Küche kaum genutzt.
- Heilwirkung: In der Volksmedizin wurde es früher als blutstillendes Mittel und bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum (als Gurgelwasser) verwendet. Heute wird es in der Homöopathie und Pflanzenheilkunde noch gelegentlich zur Entgiftung eingesetzt.
Rainfarn
Der Rainfarn (Tanacetum vulgare) ist eine alte Färbe- und Wurmpflanze mit knopfartigen, gelben Blütenkörben.
- Hinweis: Die Pflanze ist giftig (enthält Thujon) und sollte nicht kulinarisch verwendet werden.
- Verwendung: Früher als Wurmmittel eingesetzt, dient Rainfarn heute Gärtnern vor allem als pflanzliches Spritzmittel (Jauche oder Brühe) gegen Schädlinge wie Kartoffelkäfer oder Blattläuse.