Thymian (Echter Thymian)
Der Echte Thymian (Thymus vulgaris) ist der kultivierte „große Bruder“ des zuvor genannten Quendels. Er ist aus der mediterranen Küche nicht wegzudenken und besitzt eine enorme Würzkraft.
- Geschmack: Intensiv würzig, herb-erdig und leicht pfeffrig. Im Vergleich zum wilden Quendel ist er meist kräftiger im Aroma.
- Verwendung in der Küche: Ein klassisches Schmorkraut. Es passt perfekt zu Fleisch, Wild, Tomatensaucen, Pizza und Kartoffelgerichten. Da er hitzestabil ist, kann und sollte er lange mitgekocht werden, um sein volles Aroma zu entfalten.
- Heilwirkung: Thymian ist das Hustenkraut schlechthin. Seine ätherischen Öle lösen Schleim und wirken krampflösend auf die Bronchien (häufig in Hustensaft enthalten).
Tausendgüldenkraut
Das Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea) ist eine streng geschützte Wildpflanze, die man nicht wild sammeln, sondern nur in der Apotheke kaufen oder im Garten anbauen sollte. Der Name soll ausdrücken, dass die Heilkraft „tausend Gulden“ wert ist.
- Geschmack: Extrem bitter. Es gehört zu den bittersten heimischen Pflanzen überhaupt.
- Verwendung: Kulinarisch kaum nutzbar.
- Heilwirkung: Ein klassisches Magenmittel (Amarum). Als Tee getrunken regt es durch die Bitterstoffe die Magensäure- und Gallenproduktion an, hilft bei Appetitlosigkeit und Völlegefühl.
Tripmadam (Felsen-Fetthenne)
Ein heute etwas in Vergessenheit geratenes Küchenkraut, das früher in vielen Bauerngärten zu finden war. Die Tripmadam (Sedum reflexum) ist eine sukkulente Pflanze (wasserspeichernde Dickblattgewächse).
- Geschmack: Säuerlich, erfrischend und leicht zusammenziehend (ähnlich wie Sauerampfer oder Zitrone).
- Verwendung in der Küche: Die fleischigen Triebspitzen werden frisch verwendet (nicht kochen, sonst werden sie matschig). Sie passen gut in Salate, Kräuterquark oder Suppen und machen fettige Speisen bekömmlicher.
- Besonderheit: Da sie Fetthennen sind, eignen sie sich perfekt für extrem trockene Standorte, Steingärten oder Dachbegrünungen.
Tulsi (Indisches Basilikum)
Tulsi (Ocimum tenuiflorum) wird in Indien als „Heiliges Basilikum“ verehrt und spielt eine zentrale Rolle im Ayurveda.
- Geschmack: Anders als das italienische Basilikum schmeckt Tulsi eher pfeffrig, nelkenartig und manchmal leicht nach Zimt oder Zitrone.
- Verwendung in der Küche: In der asiatischen (vor allem thailändischen) Küche für Wok-Gerichte (z. B. Pad Krapao). Hierzulande wird es meist als Heiltee getrunken.
- Heilwirkung: Es gilt als „Adaptogen“, das hilft, Stress abzubauen, das Immunsystem zu stärken und den Geist zu klären.
Taubnessel
Die Taubnessel (Lamium) sieht der Brennnessel sehr ähnlich, brennt aber bei Berührung nicht (daher der Name „taub“).
- Geschmack: Mild, spinatartig mit einer leicht pilzigen Note. Die Blüten enthalten süßen Nektar.
- Verwendung: Ein hervorragendes Wildgemüse. Die jungen Blätter können wie Spinat zubereitet oder im Salat gegessen werden. Die süßen Blüten sind eine essbare Dekoration für Desserts.