Waldmeister
Der Waldmeister (Galium odoratum) ist der Klassiker im Frühlingswald. Er wächst meist unter Buchen und ist für seinen einzigartigen Duft bekannt, der durch den Inhaltsstoff Cumarin entsteht.
- Geschmack: Süßlich, heuartig und leicht nach Vanille/Mandel.
- Verwendung: Bekannt vor allem für die „Maibowle“, Berliner Weiße (Sirup) oder Wackelpudding.
- Wichtiger Hinweis: Der typische Duft entfaltet sich erst, wenn die Pflanze leicht anwelkt (angetrocknet ist). Frischer Waldmeister riecht kaum. Wegen des Cumarins sollte man ihn sparsam dosieren, da zu viel davon Kopfschmerzen verursachen kann.
Wermut (Wermutkraut)
Wermut (Artemisia absinthium) ist eines der bittersten Kräuter der Welt. Er ist die namensgebende Zutat für Absinth und Wermutwein (Vermouth).
- Geschmack: Extrem bitter, aromatisch und würzig.
- Verwendung in der Küche: Nur in kleinsten Mengen für sehr fette Speisen (Gänsebraten, Schweinebraten), da die Bitterstoffe die Fettverdauung enorm unterstützen.
- Heilwirkung: Ein klassisches Amarum (Bittermittel). Wermuttee regt Appetit, Magensäure und Gallenfluss an und hilft bei Völlegefühl.
Wacholder
Beim Wacholder (Juniperus communis) werden kulinarisch nicht die Blätter, sondern die „Beeren“ (botanisch eigentlich Zapfen) verwendet. Er wächst oft in Heidegebieten.
- Geschmack: Harzig, holzig, leicht süßlich und pfeffrig-scharf.
- Verwendung: Ein unverzichtbares Gewürz für Sauerkraut, Wildgerichte, Sauerbraten und dunkle Soßen. Zudem die Hauptzutat für Gin. Die Beeren sollten vor der Verwendung leicht angedrückt werden, damit das Aroma austreten kann.
- Heilwirkung: Wirkt stark harntreibend und verdauungsfördernd.
Wiesenschaumkraut
Das Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis) färbt im Frühling viele Wiesen helllila. Es ist eng mit der Kresse verwandt.
- Geschmack: Scharf, senfartig und kresseähnlich (aufgrund von Senfölglykosiden).
- Verwendung: Ein tolles Wildkraut für Salate, Kräuterquark oder aufs Butterbrot. Die Blüten sind eine essbare, scharfe Dekoration.
- Hinweis: Es sollte frisch verzehrt werden, da es getrocknet sein Aroma verliert.
Weinraute
Die Weinraute (Ruta graveolens) ist ein altes Klostergartenkraut, das heute selten geworden ist. Sie ist die Vorlage für das „Kreuz“ auf Spielkarten (die Blattform).
- Geschmack: Sehr eigenwillig – balsamisch-bitter, schwer und fast etwas parfümiert.
- Verwendung: Sie wird oft genutzt, um Grappa zu aromatisieren. In der Küche passt sie (sehr sparsam dosiert) zu Wild, Fisch oder Eierspeisen.
- Vorsicht: Der Pflanzensaft kann bei Sonneneinstrahlung auf der Haut zu Verbrennungen führen (phototoxisch).