Zitronenmelisse
Die Zitronenmelisse (Melissa officinalis) ist ein unverwüstlicher Klassiker in fast jedem deutschen Garten. Sie gehört zu den Lippenblütlern und verbreitet bei der kleinsten Berührung einen intensiven Duft.
- Geschmack: Frisch, zitronig, aber milder und „krautiger“ als Zitrone oder Zitronengras.
- Verwendung in der Küche: Ein Allrounder für Süßspeisen, Obstsalate, kalte Getränke (Eistee, Wasser-Aromatisierung) und Cocktails. Passt aber auch überraschend gut in Salatsaucen oder zu Fisch. Wichtig: Immer frisch verwenden, da sie beim Kochen und Trocknen viel Aroma verliert.
- Heilwirkung: Sie ist das Beruhigungskraut. Melissentee hilft bei Einschlafstörungen, nervösem Magen und Unruhe. Äußerlich wirken Extrakte stark antiviral (z. B. bei Lippenherpes).
Zitronengras
Zitronengras (Cymbopogon citratus) ist eigentlich ein Süßgras aus den Tropen, das in der asiatischen Küche unersetzlich ist. Man erkennt es an den langen, schilfartigen Halmen.
- Geschmack: Intensiv nach Zitrone, aber ohne jegliche Säure. Es hat eine leichte Rosennote und schmeckt sehr exotisch-frisch.
- Verwendung in der Küche: Die harten Stängel werden meist geklopft (um die Zellen aufzubrechen) und im Ganzen mitgekocht (z. B. in Thai-Currys oder Suppen wie Tom Kha Gai), vor dem Servieren aber entfernt. Nur das ganz weiche Innere kann sehr fein geschnitten mitgegessen werden.
- Heilwirkung: Es wirkt verdauungsfördernd und antibakteriell.
Zinnkraut (Ackerschachtelhalm)
Das Zinnkraut (Equisetum arvense) ist eine der ältesten Pflanzenarten der Erde. Seinen Namen verdankt es der Tatsache, dass man früher mit den kieselsäurehaltigen Stängeln Zinngeschirr polierte.
- Geschmack: Neutral, leicht erdig bis grasig.
- Verwendung: Kulinarisch kaum genutzt.
- Heilwirkung: Zinnkraut ist extrem reich an Kieselsäure (Silizium). Es wird als Tee getrunken, um das Bindegewebe, Haut, Haare und Nägel zu stärken oder um die Nieren durchzuspülen (harntreibend).
- Wichtiger Hinweis: Man muss den Tee ca. 20–30 Minuten kochen lassen, damit sich die Kieselsäure überhaupt löst.
Zimt
Zimt (Cinnamomum) ist zwar streng genommen die Rinde eines Baumes, wird aber in der Gewürzkunde oft in einem Atemzug mit Kräutern genannt und hat enorme gesundheitliche Vorteile.
- Geschmack: Süß, holzig, warm und leicht scharf.
- Verwendung: Der Klassiker für Milchreis, Gebäck und Desserts. In der orientalischen und indischen Küche aber auch Standard für herzhafte Fleischgerichte und Currys.
- Heilwirkung: Zimt wirkt wärmend, durchblutungsfördernd und kann helfen, den Blutzuckerspiegel zu regulieren.
Ziest (Heilziest)
Der Echte Ziest oder Heilziest (Stachys officinalis) war im Mittelalter eine Art Allheilmittel („Verkaufe den Rock und kaufe Betonie [Ziest]“).
- Geschmack: Herb-würzig, leicht bitter.
- Verwendung: Heute fast nur noch als Teekraut oder Zierpflanze im Bauerngarten.
- Heilwirkung: Traditionell bei Kopfschmerzen, Migräne und zur Nervenstärkung eingesetzt. Früher auch als Mittel gegen Sodbrennen.